Argentinien – die RN3 im Osten Patagoniens

Mit den deutschen Reisenden, Mike und Andrea im „Bulli„, sowie dem Motoradfahrer, Rainer, wollte ich mit „Hausi“ die über 3500 km lange Fahrt von Montevideo in Uruguay durch Argentinien bis Feuerland, an der Südspitze des Kontinents, gemeinsam bewältigen. So weit unten im Süden der südlichen Hemisphäre ist zu Jahresbeginn der Sommer nur sehr kurz. Deswegen war eine relativ schnelle Fahrt über die Hauptroute RN3 entlang der Atlantikküste geplant. Aber Buenos Aires wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Im kleinen Ort, Cañuelas, fanden wir einen schönen Campingplatz, von wo aus wir die Hauptstadt ohne unsere Fahrzeuge auch gut erreichen konnten.






Argentiniens Hauptstadt, Buenos Aires, ist mit ungefähr 3,5 Millionen Einwohnern die größte und wichtigste Metropole. Am zentralen Hauptplatz, „Plaza de Mayo“, stehen einige der wunderschön restaurierten Kolonialgebäude, wie das alte weiße Rathaus, und der Sitz des Präsidenten, der „Casa Rosada“. Und am Ufer des Rio de la Plata, im „Puerto Madero“ wurde der moderne Stadtteil aufgebaut.




Die Hauptkirche der Katholiken in Argentinien ist die „Catedral Metropolitana Santisima Trinidad de Buenos Aires“. Sie stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert, und war der ehemalige Sitz des Papstes Franziskus. Auch ist dort das Mausoleum von General San Martin, dem südamerikanischem Unabhängigkeitskämpfer, untergebracht.



In Buenos Aires gibt es mehrere breite Prachtstraßen. Ich schlenderte über dem Platz „Plaza República“ in der „Avenida 9 de Julio“, vorbei am „Obelisco“, und besichtigte das wunderschöne Theater, „Teatro Colón“.



Der mächtige Hauptbahnhof wurde gerade restauriert und war leider nicht zugänglich. Aber der „Torre Monumental“ konnte bestiegen werden.



Das 1919 erbaute „El Ateneo Grand Splendid“ ist ein ehemaliges Theater. Dieses unscheinbar Gebäude wurde 2000 von einem Investor umgebaut, und in eine beeindruckend Buchhandlung umfunktioniert.


Leider kam ich erst am späten Nachmittag im Regierungsviertel an, und konnte den „Congreso de la Nación Argentina“ nicht mehr besuchen. Das Hochhaus „Palacio Barolo“ hat viel Ähnlichkeit mit dem „Palacio Salvo“ in Montevideo.



Interessant fand ich den Markt „Mercado de San Telmo“.




San Telmo ist der alte und ursprüngliche Teil der Stadt, bunt, lebendig, mit vielen Restaurants und Bars.


Wir verließen Buenos Aires, und machten uns auf dem Weg in den Süden entlang der Hauptroute, der RN3. Nach den ersten paar einhundert Kilometern zeigte ein Straßenschild wie riesig das Land ist,…. nur noch 2721 km bis Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens. Hier bekam ich einen ersten Eindruck über die sogenannte Pampa. Im norden wird viel Agrarwirtschaft betrieben. Es gibt Millionen Rinder, die hier auf den saftigen Grasflächen der riesigen Farmen weiden. Nach fast 600 Kilometern erreichten wir wieder die Atlantikküste bei Monte Hermoso.



Viele Friedhöfe in Argentinien haben große imposante Mausoleen und Statuen, in denen Prominente der Region bestattet wurden. Deswegen waren sie für mich immer wieder ein Besuch wert.


Über endlose gerade Strecken kam dann etwas abseits der RN3, der nächste Halt an der Atlantikküste, El Cõndor. Die ersten Emu-ähnlichen Laufvögel, die Nandus, sah ich am Straßenrand.





In El Cõndor konnten wir die große Kolonie der Felsensittiche, eine Papageienart, bestaunen. Tausende der schönen bunten Vögel nisteten in kleinen Höhlen an der Steilküste.






Abseits der RN3 fuhr ich entlang der einsamen Küstenregion bei Bahia Creek. Diese Gegend ist sehr trocken, mit Sanddünen die bis zum Horizont reichen.










Die argentinische Pampa ist unvorstellbar groß, meistens flache, und im Süden eher trocken. Dort leben nur sehr wenige Einwohner. Die Schafe suchen sich in der trockenen Steppe ihre Nahrung. Hier reiten die Gauchos nur noch selten zu Pferd. Mit dem Motorrad werden die Schafsherden zusammengetrieben. Und auf wilde Guanakos, sowie Nandus, muss beim Fahren auf der RN3 immer geachtet werden.







Die riesige Halbinsel Valdés ist als Naturreservat geschützt, und wurde 1999 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. An der Steilküste sah ich große Kolonien See-Elefanten in der Sonne liegen.



Eine kleine Kolonie von Magellan-Pinguinen konnte ich sehr nahe besichtigen. Die putzigen Tierchen zeigen keine Scheue vor Menschen.



In der Nähe des Hauptortes der Halbinsel, Puerto Pirámides, lagen die See-Löwen in der Sonne, und verteidigten lautstark ihr Revier.


In Punta Norte, im Nordosten der Halbinsel, sah ich ein Gürteltier, und eine große Kolonie See-Löwen. Bekannt ist diese Stelle für die Orcas, welche hier manchmal an den Strand aufschwimmen, um See-Löwen zu jagen. Ich konnte eine Gruppe Orcas im Meer sichten. Aber dieses besondere Naturschauspiel blieb mir leider verwehrt.






Zurück am Campingplatz in Puerto Pirámides ließen wir es uns gutgehen, natürlich immer wieder mit gutem gegrillten Fleisch.

Weiter südlich, bei Camarones, besuchte ich den Naturpark „Pinguinera Cabo Dos Bahias“ mit einer weiteren sehr großen Pinguin-Kolonie. Auch Nandus und Guanakos ließen sich ganz nah beobachten.










Und endlose flach verlief die Pampa weiter in den Süden.






Wir machten einen Abstecher zum versteinerten Wald „Park National de Jaramilo“. Hier liegen uralte Baumstämme, welche vor Millionen von Jahren durch vulkanische Aktivität vergraben wurden, und nun durch Wind und Wetter wieder freigelegt sind. Bis dorthin musste eine 50 Kilometer lange sehr wellige Rüttelpiste ins Landesinnere gefahren werden. Aber das Farbenspiel der Berge und Felsen war sehr beeindruckend.










Am südlichen Ende der Pampa überquerte ich dann die Grenze zur Chile, mit einem kurzen und unproblematischen Grenzübergang.




Vor der Eröffnung des Panamakanals vor 100 Jahren, war die Magellanstraße noch eine wichtige Handelsroute. Viele Schiffe durchquerten damals diese Verbindung zwischen den beiden Ozeanen, und mussten somit nicht die Spitze des Kontinents, das berüchtigte Kap Horn, umsegeln.
Für mich ging es über die Magellanstraße mit einer Fähre. Nach einer 3500 Kilometer langen Fahrt hatten wir Ende Januar das Ziel Feuerland erreicht.




