Chile und Argentinien – Naturparkperlen im Südwesten Patagoniens

Mit der Fähre ging es vom chilenischen Teil Feuerlands über die Magellanstraße, von Porvenir nach Punta Arenas. Die Stadt an dieser ehemals wichtigen Handelsroute verlor ihre Bedeutung nachdem der Panama Kanal vor einhundert Jahren eröffnet wurde, und die Schiffe bei ihrer Fahrt zwischen den beiden Ozeanen somit nicht mehr den langen Weg über die Magellanstraße nehmen mussten. Alte Schiffswracks am Ufer bezeugen noch diese Zeit, und die Monumente ehren die damaligen mutigen europäischen Seefahrer, die es wagten über den Atlantik hierher zu segeln. Heute sind es die Kreuzfahrtschiffe die den abgelegenen Ort aufsuchen, und so den Tourismus fördern.





Punta Arenas, mit knapp 150000 Einwohnern, ist die größte Stadt im Süden Chiles und eine wichtige Versorgungsstation für die abgelegenen Inseln und Fjorde an der Südspitze des Kontinents.




Ich besuchte das in Punta Arenas liegende Museum „Museo Nao Victoria“. Dort konnte ich den Nachbau in Originalgröße der „Nao Victoria“, eines der Schiffe von Ferdinand Magellan aus dem Jahre 1522, mir anschauen. Auch der Nachbau der „Beagle“, auf der unter dem Kommando von Kapitän Fitz Roy der junge Charles Darwin um das Jahr 1830 herum fast drei Jahre in der Region aufhielt, war zu besichtigen. Für mich war interessant, mit welchen Mitteln und mit wieviel Mut damals die Seefahrer ins Unbekannte gesegelt sind. Aber auch erstaunte mich, wie wenig Unterschiede zwischen den beiden Schiffen zu erkennen waren, obwohl zwischen den Schiffsreisen 300 Jahre lagen. Da ist der technische Fortschritt in der heutigen Zeit doch wesentlich schneller.


Von Punta Arenas fuhr ich weiter bis nach Puerto Natales, ein weiterer Hafen in der Fjordlandschaft Chiles.



Nun, bei hervoragender Sicht aber starkem Wind, näherte ich mich dem Gebiet „Parque Nacional Torres del Paine“, die erste Naturparkperle hier im Süden. Dieses unter Touristen beliebte Wandergebiet liegt am Südrand des riesigen Eisfeldes „Campo de Hielo Sur“, das mit rund 13000 Quadratkilomatern größte zusammenhängende Eisfeld auf der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Am Rande sind viele Gletscher und Seen zu bestaunen.
Da das Wetter in diesen Regionen sich sehr schnell ändert, hat man recht selten eine fast wolkenfreie Sicht auf die markanten rund 3000 Meter hohen Berggipfel. Deswegen sind sehr viele Fotos zu bestaunen.






Im Park liegen einige Campingplätze. Somit war auch in der Abendsonne der Blick auf die Gipfel ein wahrer Genuss.



Am folgenden Morgen begann ein Tag mit fast wolkenlosem Himmel, aber starkem Wind. Ich besuchte Lago Grey mit seinem in den See kalbenden Gletscher. Auch hier bot mir das schöne Wetter eine tolle Sicht.




Die Wanderung hoch auf den am Lago Grey liegenden Berg „Cerro Ferrier“ war dann schon für mich ein Highlight.



Am nächsten Tag fuhr ich weiter durch den riesigen mit Seen bestückten Nationalpark. Es war bewölkt aber dafür morgens noch windstille, so dass sich die Gipfel sogar auf der stillen Wasseroberfläche der Seen spiegelten. Am morgen unternahm ich den Besuch des kleinen Wasserfalls „Salto Chico“ und eine Wanderung zum Aussichtspunkt „Mirador Cóndor“.




Und am Nachmittag ging es noch zum Wasserfall „Salto Grande“, und zum Aussichtspunkt „Mirador Cuernos“. Selbst die Veränderungen des Wetters brachten wieder wunderschöne Einblicke in die Bergwelt.




Zum Abend ging es in die Richtung Laguna Azul, wo ich dann übernachtete.





Von dieser ersten Naturparkperle ging die Weiterfahrt von Chile zurück nach Argentinien. Die weite aber abwechslungsreiche Pampa auf der Ostseite der Anden musste durchquert werden.










El Calafate liegt am See „Lago Argentino“, der größte See in Argentinien. Er ist dreimal so groß wie der Bodensee. Der Ort hat sich in den vergangen Jahren dem Tourismus gewidmet. Viele Touren führen von hieraus in die naheliegenden Nationalparks Chiles und Argentiniens.






Wir fuhren zum Gletscher „Perito Moreno“, die Naturparkperle Nummer Zwei. Dieser Park zählt wohl zur wichtigsten Touristenattraktion Argentiniens. Auch hier hatten wir fantastische Wetterbedingungen. Der Gletscher entsteht aus dem Eisfeld „Campo de Hielo Sur“, und kalbt in einem Seitenarm des „Lago Argentino“. Über ein Netz an Stegen auf der gegenüberliegenden Seite erhält man sehr eindrucksvolle Sichten auf dieses Naturspektakel.









Am zweiten Tag wieder bei bestem Wetter machte ich eine Wanderung hoch auf den Gipfel, mit fantastischem Blick auf den fast 25 Kilometer langen Gletscherfluss, und der 4 Kilometer breiten Gletscherzunge. Auch konnte ich die 70km entfernten Gipfel von „Torres del Paine“ erkennen.







Am Nachmittag, zur wärmsten Tageszeit, bewunderte ich das krachende Kalben des Gletschers. Die Eisfront der Gletscherzunge ragt zwischen 40 und 70 Meter über den Wasserspiegel.





Nach diesem Highlight ging es weiter nach El Chaltén, wieder durch weite Pampa und farbenprächtigen Bergregionen.





Der „Parque Nacional El Chaltén“, Naturparkperle Nummer 3, ist ein weiteres beliebtes Wanderparadies. Der kleine gleichnamige Ort nimmt im Sommer viele Touristen auf. Erneut bei sehr gutem Wetter war die Anreise ein pures Bildspektakel. Der 3400 Meter hohe Hauptgipfel „Chaltén“, auch Fitz Roy benannt, lag zum Greifen nahe





Die 12 Kilometer lange Wanderung zum See und Gletscher „Laguna y Glaciar Torre“ war gut zu meistern.




Und der Rückweg zurück nach El Chaltén führte dann über eine andere Wanderroute.



Meine Reise ging zurück zur Route RN40 im Westen Argentiniens, und weiter in den Norden. Hier wird die RN40 auch mal eine unangenehm rauhe Schotterpiste, bei der ich nur langsam vorankam.









In Bajo Caracoles trennten sich dann vorerst die Wege von „Hausi“ mit mir, und dem „Bulli“ von Mike und Andrea. Sie wollten weiter in den Norden Argentiniens fahren. Ich wollte aber möglichst im Süden noch Chile bereisen. Landschaftlich war die langsame Fahrt über die steinige Schotterpiste sehr schön. Und nachts konnte ich im Lichtschein der Milchstraße schlafen. Es war kein einziges künstlich erzeugtes Licht zu sehen.







Langsam ging es durch pure argentinische Wildnis, in Richtung der Grenze bei Paso Roballo. Hier wohnen nur sehr wenige Menschen. Die zum Teil schneebedeckten südlichen Anden erschienen wieder am Horizont.










Und dann am sehr kleinen Grenzposten, Paso Roballo, überquerte ich erneut problemlos die Grenze von Argentinien nach Chile.



