Feuerland – bis an die Südspitze des Kontinents

Vor einhundert Jahren wurde der Panamakanal eröffnet. Dadurch verlor die Magellanstraße ihre Bedeutung als Hauptseeroute zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean. Diese natürliche Seestraße bildet die Grenze zu Feuerland, welches sich Argentinien und Chile teilen, und das Ziel für „Hausi“ und mich war.
Feuerland wurde bereits vor über 10000 Jahren von Ureinwohnern, die über Jahrhunderte von Mittelamerika aus immer weiter in den Süden einwanderten, besiedelt. Als erster Seefahrer aus Europa erreichte Ferdinand Magellan im Oktober 1520 Feuerland.
Nach meiner Überquerung der Magellanstraße mit der Fähre bei Punta Delgada, ging es nach einer kurzen Fahrt durch Chile wieder zurück nach Argentinien. Noch beherrschte die weitläufige, meist flache Steppe das Landschaftsbild.



Plötzlich erschienen die ersten Bäume. Es wurde grün und bunte Blumen säumten den Wegesrand. Die ersten Berge kamen in Sichtweite. Nach der langen aber auch beeindruckenden Fahrt durch die schier endlose Pampa Argentiniens in den vergangenen zweieinhalb Wochen, war dieser Wechsel in die Natur Feuerlands dann doch ein Augenschmaus. Jetzt Ende Januar war hier Hochsommer mit schönstem Sonnenschein, aber mit Tagestemperaturen selten über 20 Grad Celsius.




Die teilweise schneebedeckten Berge und türkisblauen Seen war ein Kontrast zur flachen Steppe der Pampa. Ich konnte mich einfach nicht an diese Landschaft sattsehen.




Die Ankunft in Ushuaia, der angeblich südlichsten Stadt der Welt, war schon ein Etappenziel auf meine Reise entlang der Panamericana. Ushuaia, mit rund 90.000 Einwohnern, liegt am Beagle Kanal, eine weitere natürliche aber enge Passage, welche durch die Fjordlandschaft an der Spitze Südamerikas führt. Von hier aus starten die vielen, aber leider sehr teuren, Schiffsexpeditionen in die Antarktis.






Nach einer über 4000 Kilometer langen Fahrt von Montevideo in Uruguay durch die Ostseite Argentiniens, war die Südspitze des Kontinents, erreicht. Dieses war für mich, wie für allen Fernreisenden auf der Panamericana, ein sehr bedeutsames Ziel. Ich feierte gemeinsam mit den deutschen Mitreisenden, Mike und Andrea, sowie Rainer, auf dem Landweg das südliche Ende der Welt, „Fin del Mundo“, erreicht zu haben, unter anderem im südlichsten Hard Rock Cafe.
Zusammen mit Eli, hatten wir alle im Juli 2023 bereits in Kanada den Ort Tuktoyaktuk, das Endziel der Dempster Highway „End of the Road“, erreicht, eines der nördlichsten Landwege bis zum Arktischen Ozean.









Mit dem Wetter hatten wir dann am darauf folgenden Tag wieder Mal sehr viel Glück. Die Sonne schien. Und der starke Wind, der in dieser südlichen Hemisphäre meistens präsent war, fehlte gänzlich. Wir machten eine sehr eindrucksvolle Bootsfahrt auf den Beagle Kanal.





See-Löwen, verschiedene Vogelarten und Pinguine konnten wir dann ungestört aus nächster Nähe beobachten.








Der sehr schöne und sehenswerte Nationalpark „Tierra del Fuego“, mit seinen Seen und Bergen, liegt direkt an der Grenze zu Chile unweit von Ushuaia. Im Park, in Lapataia, erreichte ich das Ende der Route RN3, „Fin RN3“, welches mit einem Schild markiert ist.







Drei Nächte blieb ich im Nationalpark „Tierra del Fuego“. Dort gibt es einige wunderschöne Wanderwege durch unberührter Natur. Ich wählte den Weg hoch auf den „Cerro Guanaco“. Mit einer Höhe von knapp über 900 Meter über Meeresspiegel, bot er mir eine fantastische Sicht über die bis fast 2500 Meter hohen Berge Feuerlands, den Seen, die vorgelagerten Inseln & Fjorde. Auch die Stadt Ushuaia lag im Tal vor mir. Und durch einem in den Süden gerichteten Seitenarm des Beagle Kanals waren bei der klaren Sicht sogar die Inseln des Nationalparks Kap Horn zu erkennen.








Der Park bot mir auch einen Einblick in die heimische Tierwelt. Scheu waren die Tiere nicht.



Von Ushuaia fuhr ich weiter südöstlich entlang des Beagle Kanals bis zum Ende der südlichsten Straße, „Fin Ruta J“, ein einfaches Tor zu einem kleinen Militäraußenposten. Weiter in den Süden geht es auf dem Landweg mit einem Fahrzeug nicht mehr in Südamerika, und wohl auch nicht auf der gesamten Welt.





Zurück nach Norden geht es zuerst über dieselbe Straße durch Argentinien. Bei Rio Grande bog ich ab nach Chile, und durchquerte die chilenische Steppe in Richtung Nordwesten.




Diese Gegend ist nur sehr dünn besiedelt, mit nur ein paar großen Landgütern, sogenannte „Estancias“, welche Viehzucht betreiben. Und einen schönen Blick auf die südlichen Ausläufer der Anden erlaubte mir wieder einmal das gute Wetter.






Wie so oft, war es hier erneut sehr windig. In der Nähe von Porvenir fecht der ständig starke Wind das Salzwasser auf, um damit Formationen zu gestalten.


Hier endete meine Reise durch das raue aber wunderschöne Feuerland. Mit der Fähre ging es nochmals über die Magellanstraße, nun nach Punta Arenas, und zurück nach Patagonien. Die Reise durch Feuerland hat mich sehr beeindruckt. Gerne wäre ich noch ein paar Tage länger geblieben.




