Uruguay – die Reise geht weiter

Nach der Panamericana-Reise durch Nord- und Zentralamerika, verbrachte ich (Frank) 6 Monate zusammen mit Eli, Familie und Freunden in Deutschland. Die Pause war wunderschön. Dennoch war meine Reiselust ungebrochen. „Hausi“ wurde während der Auszeit in Deutschland in der Werkstatt gut durchgeprüft, bekam wieder eine TÜV, und wurde nach 3 Jahren ordentlich angemeldet.

Mike und Andrea hatten wir bereits in Kanada kennengelernt. Gemeinsam sind wir durch Nordkanada und Alaska gereist. Sie planten ebenfalls eine Reise mit ihrem „Bulli“ durch Südamerika. Die Entscheidung ein Stück wieder miteinander zu fahren lag nahe. Anfang Dezember 2025 wurden „Hausi“ und „Bulli“ zusammen als Container-Buddy’s von Bremerhaven, Deutschland, nach Montevideo, Uruguay, verschifft.
Eli erwünschte weiterhin wertvolle Zeit mit unserem Enkelsohn zu verbringen, und wollte vorerst keine lange Touren mehr machen. So ging Anfang Januar 2026 für mich alleine die Reise ab Uruguay weiter, um den zweiten Teil der Panamericana zu erleben.

Am 02.01.2026 flogen Mike, Andrea und ich gemeinsam ab München nach Montevideo. Bis zur Ankunft unserer Fahrzeuge hatten wir ein paar Tage Zeit die Hauptstadt Uruguays zu erkunden. Das kleine Land hatte vor fast 200 Jahren einen starken Wachstum erlebt. Der Export von Rindfleisch und anderen Agrarprodukten brachte der Elite Wohlstand, welches sich in der imposanten Architektur vieler Gebäude aus dieser Zeit widerspiegelt.

Der größte zentrale Platz im Zentrum der Stadt heißt „Plaza Independencia“. Hier steht das markante Hochhaus „Palacio Salvo“. Auch besuchten wir das mitten im Platz gelegene Mausoleum von José Gervasio Artigas, Nationalheld und Vater der Nation von Uruguay, und durchschritten die „Puerta de la Ciudadela“, das übrig gebliebene Tor des aus dem achtzehnten Jahrhundert stammenden alten Fort.

In unmittelbarer Nähe steht das wunderschön restaurierte Theater, „Teatro Solis“.

Am „Plaza Constitución“ besuchte ich die Hauptkirche der Stadt, die „Iglesia Matriz“.

Wir schlenderten durch die schöne Altstadt von Montevideo, „Ciudad Vieja“, mit seiner Fußgängerzone, den schattigen Plätzen, bunten Marktständen, lebendigen Restaurants und Kneipen – ein Hauptanziehungspunkt für die vielen ausländischen Touristen.

In der alten Markthalle am Hafen, „Mercado del Puerto“, standen unzählige Restaurants zur Auswahl, die natürlich das Nationalgericht, gegrilltes Fleisch, anboten. Argentinien und Brasilien sind für seine gute Fleischqualität bekannt. Aber auch in Uruguay ist dieses ein Genuss.

Bei schönstem Wetter machten wir ein Ausflug an eines der beliebten Strände der Stadt. Eine einsame Seelöwin genoss etwas Ruhe im Windschatten einer Brandungsmauer. Und die vielen Papageien kreischten überall lautstark.

Wie alle Länder Südamerikas, hat auch Uruguay einen Kampf bis zur Unabhängigkeit geführt, und eine wechselnde politische Vergangenheit hinter sich, mal kolonial, mal autokratisch, mal militärisch, nun demokratisch, ganz nach dem Slogan auf der Fahne – Freiheit oder Tot. Und auch heute äußern die Menschen ihre Meinung offen zu den derzeitigen politischen Krisen dieser Welt.

Ob der Tango aus Argentinien oder aus Uruguay stammt, ist umstritten. Aber hier am „Plaza Juan Pedro Fabini“ konnten wir erfahren, wie der Tanz heutzutage noch zelebriert wird.

Unsere Wartezeit nutzten wir das eine oder andere Museum zu erkunden. Das „Museo de Andes 1972“, über den Flugzeugabsturz und Überlebenskampf der uruguayischen Rugby-Mannschaft von 1972, hat mich imponiert, da ich bereits das Buch gelesen, sowie den Film gesehen hatte.

Und das „Museo del Gaucho y la Moneda“, über das Leben der Gauchos, ist in der riesigen Haupthalle der Zentralbank untergebracht.

Am 7. Januar 2026 konnten ich „Hausi„, zusammen mit „Bulli“ von Mike & Andrea am Hafen in Montevideo in Empfang nehmen. Die Verschiffung und dessen Abwicklung hat reibungslos funktioniert.

In der Nähe von Montevideo trafen wir auf Rainer wieder. Ihn hatten wir in Kanada kennengelernt. Er ist mit seinem Motorrad ebenfalls auf der Panamericana unterwegs, und hatte bereits den Norden von Südamerika durchfahren. Nun wollten wir die über 3500 km lange Strecke bis nach Ushuaia, der südlichsten Stadt in Südamerika, gemeinsam erleben. Zu Jahresbeginn ist so weit im Süden der Sommer in der südlichen Hemisphäre nur sehr kurz. Deswegen wollten wir möglichst noch bis Ende Januar dort ankommen. Wir fuhren direkt durch das Landesinnere von Uruguay, in Richtung der Grenze zu Argentinien.

Das UNESCO Welterbe Museum „Ex Frigorifico Anglo/Museo de la Revolución Industrial“ liegt im Grenzort Fray Bentos. Die Anglo Meatpacking Plant of Uruguay war im 20. Jahrhundert einer der führenden Agrarbetriebe Uruguays und ein bedeutender Fleischverarbeitungsbetrieb mit einigen der modernsten Anlagen zur Fleischverarbeitung in Südamerika. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Produktion und Lieferung von Pökelfleisch an die alliierten Truppen während des Zweiten Weltkriegs.

Und schon überquerten wir ohne Probleme die Grenze von Uruguay nach Argentinien.