Brasilien und Argentinien – Abwechselung pur !

In Chuy überquerte ich die Grenze von Uruguay nach Brasilien. Obwohl die Grenzabwicklung der jeweiligen Länder jenseits des Stadtzentrums vonstatten gingen, liegt die Grenze beider Länder mitten in der Stadt, entlang der Straße Calle Internacional, die zur einen Hälfte zu Uruguay (Avenida Brasil) und zur anderen zu Brasilien (Avenida Uruguai) gehört.

Nach dem Grenzübergang entschied ich mich direkt zur Küste zu fahren. Von Atlântico bis Cassino fuhr ich in drei Tagen sage und schreibe ganze 200 km ausschließlich am Strand des Atlantischen Ozeans. Entlang dieser abgelegenen Strecke gab es keinen Ausweg ins Landesinnere. Ich traf nur auf sehr wenige Fahrzeuge, genoss zwei tolle Übernachtungsstellen mit Meeresrauschen, und sah Seerobben, Bootswracks und Walkadaver. Danach stand für „Hausi“ dringend eine gründliche Autowäsche auf dem Programm.









Leider veränderte sich das Wetter. Die Vorhersage versprach für die Küstenregion viel Dauerregen, eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit, angeblich bedingt durch das Wetterphänomen „El Niño“. Im Inland wurde dafür etwas Sonnenschein vorhergesagt. Also entschied ich mich kurzerhand ins Landesinnere zu fahren. Durch das immergrüne Inland Südbrasiliens fuhr ich erneut über die Grenze, nach Argentinien in die nördliche Region der Provinz Misiones. Im Nationalpark Iguazú sah ich Tausende Schmetterlinge in verschiedenen Farben. Sie sammelten sich in großen Gruppen an Stellen, wo sie die Mineralien von der Straße zu sich nehmen konnten.









Mein Ziel waren die Iguazú-Wasserfälle, die mit den Victoria-Wasserfällen in Afrika und den Niagara-Wasserfällen in Nordamerika wohl zu den bekanntesten der Welt gehören. Die Iguazú-Wasserfälle liegen direkt an der Grenze von Argentinien und Brasilien, und wurden 2011 in der Liste der Sieben Weltwunder der Natur aufgenommen. Auf der argentinischen Seite werden sie „Cataratas del Iguazú“ genannt. Wegen starker Regenfälle in Brasilien, im Oberlauf des Iguazú-Flusses, war es ein ganz besonderes Spektakel sie zu erleben. Auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern stürzten sich die enormen Wassermengen des Iguazú-Flusses mit 10 Millionen Liter pro Sekunde in bis zu 82 Meter Tiefe. Leider war wegen den großen Wassermengen der Besuch der Teufelsschlund „Garganta del Diablo“ nicht möglich.








Nachdem ich die Wasserfälle auf der argentinischen Seite gesehen hatte, fand ich noch in Argentinien am See „Embalse Lago Urugua-í“ eine ruhige Übernachtungsstelle und genoss einen wunderschönen Sonnenuntergang.



Am darauffolgen Tag überquerte ich die Grenze nach Brasilien, und erlebte bei herrlich sonnigem Wetter erneut das imposante Spektakel der Iguazú-Wasserfälle. Auf der brasilianischen Seite werden sie „Foz do Iguaçu“ genannt. Da die meisten Fälle in Argentinien liegen, ist von der brasilianischen Seite aus ein größere Panoramablick möglich.









Ich machte mich auf den Weg zurück zur Küstenregion. Unterwegs besuchte ich unter Anderem die versunkene Kirche im Stausee „Represa UHE Itá“.






Ich erreichte die Stadt Blumenau. Sie wurde 1850 von deutschen Einwanderern gegründet, und ist in Brasilien für die eher untypischen Angebote an deutscher Gastronomie und Kultur bekannt. Seit 1984 findet in Blumenau das Oktoberfest statt. Nachempfunden dem weltweit bekannte Fest in München, ist dieses heute nach dem Karneval in Rio de Janeiro, das größte Fest in Brasilien. Außerhalb Deutschlands sieht man wohl kaum woanders so viel deutsche Tradition. Ich erreichte Blumenau rechtzeitig zum Start des Oktoberfestes 2026, und erlebte den lebendigen Eröffnungsumzug, samt deutscher Blasmusik, den traditionellen Speisen, dem deutschen Bier, und natürlich mit vielen Besuchern in bayerischen Trachten.















