Uruguay – Sehnsucht nach Reisen

Ich habe meine fast viermonatige Reisepause in Deutschland sehr genossen. Unser zweites Enkelkind, ein Mädchen, kam am Tag meiner Ankunft zuhause auf der Welt. Ich verbrachte viel wohltuende Zeit mit Eli und unserer Familie, und erlebte sehr schöne intensive Momente mit unserem nun bereits zweijährigem Enkelsohn. Auch das mehrmalige Wiedersehen mit meiner Mutter und Familie in Gifhorn, sowie die Treffen unserer Freunde war wunderschön.
Da ich mit Hitze gut klarkomme, empfand ich den Sommer 2026 als ein Geschenk. Ich fuhr sehr viel Fahrrad, unternahm zwei Mehrtagesradtouren mit Zelt und Schlafsack, wanderte ein wenig, und genoss regelmäßig das Schwimmen in den Schwimmbädern und in den verschiedenen Flüssen.
Aber meine Reiselust war immer noch vorhanden. Ich liebe das „einfache“, spontane Leben, das Entdecken von neuen mir noch unbekannten Gegenden, das spontane Treffen von Entscheidung unterwegs. Und ich wollte meinen Traum von der „Panamericana“, die Reise von der Arktis in Nordamerika bis zur Südspitze Südamerikas vollenden. Es fehlte noch der Abschluss, den Norden von Südamerika bis Kolumbien zu durchreisen.
Am 22. September 2026 holte ich „Hausi“ in seiner Langzeitunterkunft ab. Schön im Trockenen stand er. Ich behaupte wir haben uns beide auf das Wiedersehen gefreut, den er sprang ohne zu murren an. Es war kalt in Uruguay, tagsüber gerade mal 10 Grad Celsius. Mit Hoffnung auf Wetterbesserung, machten wir uns auf dem Weg entlang der Küste.


Nach einem langen Flug, war es ein langsamer Start entlang der Küste. Hier, gerade Ende des Winters, sind keine Touristen unterwegs, und die meisten Ortschaften wie ausgestorben. Aber etwas wärmer und angenehmer wurde es gleich schon am zweiten Tag.



Punta del Este ist, nach Montevideo, wohl die bekannteste Stadt in Uruguay. Sie liegt auf einer Halbinsel an der Ostküste des kleine Landes. Auch befindet sich an der Spitze der Halbinsel der südlichste Punkt Uruguays. Offiziell endet hier die Mündung des Rio de la Plata. Die gegenüberliegende Uferseite dieser Mündung liegt in Argentinien und ist von hier aus Luftlinie 250km entfernt. Unzählige Hochhäuser, Ferienanlagen und Apartmenthäuser säumen die schönen weißen Sandstrände.




Auch hier war es sehr ruhig. Im Hochsommer sind hier abertausende Touristen unterwegs. Bei schönstem Wetter konnte ich die vorgelagerte Inseln sehen, sowie die Skulptur der Hand „La Mano“, eine sehr populäre Touristenattraktion der Stadt besuchen.







Es ging weiter entlang der Küste, dann ein Stück durchs Inland und in den Nordosten. Uruguay bietet nicht die spektakulären Landschaften wie die Nachbarländer. Im Inland ist es Großteils flach, geprägt von Viehzucht. Trotzdem ist es ein sehr gemütliches Land zu erkunden, mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen.





Ich besuchte die Halbinsel Cabo Polonia. Diese Gegend präsentierte sich mit einer einzigartigen Landschaft, umgeben von großen Dünen. Nur mit Genehmigung und einem guten Allradfahrzeug darf man in dieses geschütztes Gebiet hineinfahren. Also wanderte ich vom 7km vorgelagerten Parkplatz bis an der Spitze der Halbinsel. Zuerst ging es durch Wald, und dann an die Küste. Durch den Naturschutz fühlen sich hier viele verschiedene Tier sehr wohl.




Cabo Polonia war ehemals ein Fischerdorf. Heute leben die Einwohner außerdem auch vom Tourismus. Bekannt ist der Ort auch für die sehr große Seelöwenkolonie. Tausende Seelöwen lagen auf den Felsen der Halbinsel, sowie den vorgelagerten Felsinseln, und schwammen im Meer.





Im kleinen Fischerdorf, Punta del Diablo, machte ich ebenfalls Halt. Auch hier war in der Nebensaison recht wenig los. Im Sommer verwandelt es sich in einen der wichtigsten Badeorte des Landes und empfängt zahlreiche argentinische, brasilianische und europäische Touristen. An manchen Stellen wird der schöne kleine Ort langsam vom Treibsand der Sanddünen begraben.





Im „Parque Nacional de Santa Teresa“ konnte ich sehr viele Tiere wie unter Anderem Storche, Ňandús, sowie Wasserschweine (Capybara), die größten Nagetiere, beobachten.







Als Abschluss in Uruguay besuchte ich das ursprünglich von den Portugiesen in 1762 erbaute Fort „Fortaleza de Santa Teresa“. Zur Kolonialzeit haben sowohl die Portugiesen, später die Brasilianer, und auch die Spanier von Argentinien aus, sich immer wieder sich um Landgewinn in Uruguay bekämpft. Diese Festung, die als bedeutendste des Landes gilt, wurde über die Jahre von den verschiedenen Herrschern erweitert.




Und dann stand bei Chuy bereits der Grenzübertritt nach Brasilien, das größte und bevölkerungsreichste Land in Südamerika, sowie auch Geburtsland von Eli, bevor. Die Einreise verlief, wie in Südamerika überall, ohne Probleme. Nur bei der Sprache musste ich nun meine geringen Spanisch-Kenntnisse auf Portugiesisch umstellen. Aber auch das klappte gut.

